Dresden verfügt nicht nur über ein sehr gutes und dankbares Konzertpublikum, sondern hat von jeher eine ganze Anzahl Liebhaberorchester aufzuweisen, die von der Musizierfreudigkeit in Dresden zeugen. Eines dieser Orchester war das „Orchester Dresdner Musikfreunde 1921“.
Gründung
Das Orchester ist 1921 aus einer kleinen Hausmusikgemeinschaft von ehemaligen Mitgliedern des Frauenkirchenchores hervorgegangen und hat im Laufe seines über 50-jährigen Bestehens viele Wandlungen durchgemacht. Der Schwerpunkt der Orchesterarbeit lag aber immer auf Opern- und Operettenmelodien.
Ein Liebhaberorchester mit etwa einem Dutzend ersten Geigen und entsprechender weiterer Besetzung, das sich aus Kreisen rekrutiert, die nicht mit Glücksgütern gesegnet sind, verdient, wenn es so sauber und beschwingt musiziert, wie das von Bernhard Schwarz geleitete, geradezu Bewunderung. — Dresdner Nachrichten, 14. Februar 1933
Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg unterbrach jäh die ambitionierte Arbeit dieser Gemeinschaft. Aber bald nach dem Zusammenbruch nahmen Mitglieder des Orchesters das Musizieren wieder auf. 1946 existierten in Dresden nur noch drei Laien-Sinfonieorchester: das Orchester des Mozart-Vereins, das Erste Dresdner Knaben- und Jugendorchester und das Orchester der Dresdner Musikfreunde 1921.
Deutsche Volksbühne
Im Januar 1949 verfügte die Deutsche Verwaltung des Innern der SBZ die Überführung aller Laienkunstgruppen in die Massenorganisationen. Die Dresdner Musikfreunde 1921 wurden — wie auch der Mozart-Verein — der Volksbühne zugeschlagen.
Orchester der Reichsbahn
Nach der Auflösung der Abteilung Laienkunst der Volksbühne schloss sich das Orchester 1953 dem Bahnbetriebswerk „Max Seydewitz“ in Dresden-Friedrichstadt als Kulturgruppe an. In dieser Eigenschaft wurde es Mitglied des Ensembles der Deutschen Reichsbahn Dresden, hat aber dabei seine Eigenart als symphonisches Orchester bewahrt. Die Mitglieder waren ausschließlich Laienmusiker und kamen aus den verschiedensten Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen.
Zusammenschluss mit dem Orchester des Mozart-Vereins
Im Februar 1973 erfolgte wegen Überalterung und Mitgliederschwund der Zusammenschluss von drei Dresdner Laienorchestern: Orchester Dresdner Musikfreunde 1921, Musikfreunde des VEB Mikromat und Orchester des Mozart-Vereins. Hans Thiem, der Dirigent des Orchesters Dresdner Musikfreunde 1921, übernahm daraufhin schrittweise die musikalische Leitung des Orchesters des Mozart-Vereins von dessen langjährigem Leiter Erich Schneider.
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