Zum Inhalt springen
Mozart-Vereinzu Dresden · seit 1896
Plakat der Herbstkonzerte 2025
Entwurf: Kirakosian Graphic Design

Das Orchester wagte sich in die Gefilde der russischen Musik und brachte unter anderem Werke des „Mächtigen Häufleins“.

Ende des 19. Jahrhunderts orientierte sich die vorherrschende Stilrichtung in den Musikzentren Russlands an unserer westeuropäischen Musikkultur. Ein „Mächtiges Häuflein“, wie es damals ein Musikkritiker spöttisch nannte, wollte die nationale russische Musik nach dem Vorbild des gerade verstorbenen Komponisten Michail Glinka wiederbeleben. Die fünf Vertreter dieses neuen russischen Stils – sie nannten sich selbst Novatoren – waren die Komponisten Balakirew, Rimski-Korsakow, Mussorgski, César Cui und Alexander Borodin.

In seinen Herbstkonzerten wagte sich das Orchester des Dresdner Mozart-Vereins in die Gefilde der russischen Musik und brachte u. a. Werke des „mächtigen Häufleins“. Am Anfang stand eine Ouvertüre des zu Unrecht kaum bekannten César Cui. Sie beginnt mit einem wunderschönen Solo der Klarinetten und steigert sich schrittweise zum vollen sinfonischen Klang mit drei Posaunen, Trompeten und Pauken.

Den Höhepunkt der Abende bildeten Tschaikowskis Rokoko-Variationen für Violoncello. Die erst 16-jährige Cellistin Josepha Eleonore Kühn zeigte hier ihr bereits meisterhaftes Können. Sie ist Schülerin des Solocellisten der Dresdner Philharmonie, Ulf Prelle, und hatte das Stück extra für die Konzerte des Mozart-Vereins einstudiert, obwohl es erst später zum Unterrichtsstoff gehören sollte. Sie zeigte Stilsicherheit, technische Brillanz und Durchdringung des dem Cellisten alles abverlangenden Werkes. Brausender Applaus war ihr deshalb sicher. Als Zugabe spielte sie das Preludium der Cello-Suite Nr. 1 von Bach. Bemerkenswert war auch das sehr schöne Horn-Solo in der Einleitung der Variationen.

Den Abschluss bildete die 3. Sinfonie von Alexander Borodin. Borodin verstarb vor deren Fertigstellung. Alexander Glasunow ergänzte sie aus bereits vorhandenen Skizzen und einem Streichquartett Borodins. Sie ist durch viele musikalische Einfälle und für westliche Ohren ungewöhnliche Rhythmen geprägt und verlangte dem Orchester so einiges ab. Spielfreude, disziplinierte Probenarbeit und natürlich die umsichtige Stabführung des Vereins-Dirigenten Vladyslav Vorobel brachten dieses Werk zu einem Erfolg.

Als Zugabe vereinte sich das Orchester wieder mit der Solistin und brachte die bezaubernd schöne Vocalise von Rachmaninow.

Zu erwähnen ist, dass der Verein seit seiner Gründung 1896 seine Arbeit auch als eine Art Bildungsauftrag sieht. Zu diesem Zweck führte der Moderator Michael Freude kurzweilig durch das Programm und stellte Komponisten und Künstlerin vor.

Muk

Programm

  1. César Cui

    Ouvertüre

  2. Peter Tschaikowski

    Rokoko-Variationen für Violoncello

  3. Alexander Borodin

    Sinfonie Nr. 3

    ergänzt von Alexander Glasunow

  4. Johann Sebastian Bach

    Preludium der Cello-Suite Nr. 1

    Zugabe der Solistin

  5. Sergei Rachmaninow

    Vocalise

    Zugabe

Mitwirkende

Violoncello
Josepha Eleonore Kühn
Moderation
Michael Freude
Leitung
Vladyslav Vorobel

Weitere Termine

← Alle Konzerte